AV-Receiver hat keinen Ton bei Streaming-Apps? So beheben Sie das Problem.

Lesedauer: 14 Min
Aktualisiert: 11. Mai 2026 06:56

Wenn Ihr AV-Receiver keinen Ton bei Streaming-Apps ausgibt, liegt das häufig an den Einstellungen oder an der Verbindung zwischen den Geräten. In vielen Fällen können Sie das Problem selbst schnell lösen, indem Sie einige grundlegende Konfigurationen überprüfen. Es gibt verschiedene Ursachen, die zu diesem Problem führen können, und wir zeigen Ihnen, wie Sie diese Schritt für Schritt identifizieren und beheben können.

Überprüfen der Audio-Passthrough-Einstellungen

Die Passthrough-Einstellung ermöglicht es, Audiosignale direkt durch den AV-Receiver zu leiten, ohne sie zu verarbeiten. Um sicherzustellen, dass diese Funktion korrekt eingestellt ist, führen Sie folgende Schritte durch:

  • Öffnen Sie das Menü Ihres AV-Receivers.
  • Suchen Sie nach den Audioeinstellungen und prüfen Sie, ob Passthrough aktiviert ist.
  • Stellen Sie sicher, dass die Option „HDMI Passthrough“ in den Einstellungen für die relevanten HDMI-Ports aktiviert ist.
  • Speichern Sie Ihre Änderungen und testen Sie die Audioausgabe erneut.

eARC- und HDMI-Einstellungen prüfen

Wenn Ihr AV-Receiver eARC (Enhanced Audio Return Channel) unterstützt, stellen Sie sicher, dass diese Funktion aktiviert ist. Hierzu:

  • Prüfen Sie zunächst, ob das HDMI-Kabel, das den AV-Receiver mit dem Fernseher verbindet, eARC unterstützt.
  • Gehen Sie ins Menü Ihres Fernsehers und navigieren Sie zu den Audioeinstellungen, um sicherzustellen, dass eARC ebenfalls aktiviert ist.
  • Manchmal kann es hilfreich sein, die HDMI-Anschlüsse zu wechseln, um die Verbindung zu resetten.

Soundformate überprüfen

Ein weiteres häufiges Problem ist die Kompatibilität der Soundformate. Manche Streaming-Apps senden das Signal in Formaten, die der Receiver nicht verarbeiten kann. Folgen Sie diesen Schritten:

  • Öffnen Sie die Audioeinstellungen der Streaming-App und testen Sie verschiedene Audioformate.
  • Prüfen Sie, ob Ihr AV-Receiver die Formate passt (z. B. Dolby Digital, DTS). Informationen hierzu finden Sie im Handbuch des Geräts.
  • Manchmal kann auch ein Update des AV-Receivers erforderlich sein, um die neuesten Formate zu unterstützen.

Typische Fehlerquellen

Oft entstehen Probleme auch durch unzureichende Verbindungen oder fehlerhafte Kabel. Hier sind einige häufige Fehlerquellen:

Anleitung
1Überprüfen Sie zuerst, ob der AV-Receiver auf den richtigen Eingangskanal eingestellt ist.
2Testen Sie dann andere Apps, um auszuschließen, dass das Problem spezifisch bei einer App liegt.
3Falls andere Apps funktionieren, prüfen Sie, ob die problematische App in den Audioeinstellungen auf Stereo statt Surround eingestellt ist.

  • Defekte HDMI-Kabel können den Ton stören. Ersetzen Sie das Kabel, um sicherzustellen, dass es nicht die Ursache ist.
  • Fehlerhafte Einstellungen am Fernseher können ebenfalls zu Audioproblemen führen. Überprüfen Sie die Fernseheinstellungen bezüglich der Audioausgabe.
  • Veraltete Firmware kann dazu führen, dass bestimmte Audioformate nicht richtig verarbeitet werden. Halten Sie Ihre Geräte immer auf dem neuesten Stand.

Beispiel zur Problemlösung

Angenommen, Ihr AV-Receiver hat keinen Ton, während Sie eine bestimmte Streaming-App nutzen. Hier könnten Sie folgendermaßen vorgehen:

  1. Überprüfen Sie zuerst, ob der AV-Receiver auf den richtigen Eingangskanal eingestellt ist.
  2. Testen Sie dann andere Apps, um auszuschließen, dass das Problem spezifisch bei einer App liegt.
  3. Falls andere Apps funktionieren, prüfen Sie, ob die problematische App in den Audioeinstellungen auf Stereo statt Surround eingestellt ist.

Streaming-Apps direkt am TV: Audiofluss zum AV-Receiver richtig leiten

Viele Streaming-Apps laufen heute direkt auf dem Smart-TV, während der AV-Receiver nur noch als Schaltzentrale für Ton und externe Quellen dient. Damit der Fernseher den Sound der Apps an den Receiver weiterreicht, muss der komplette Audiofluss stimmen. Zuerst sollte das Ausgabeziel des TV-Geräts geprüft werden. In den Audio- oder Ton-Einstellungen des Fernsehers findet sich meist ein Menüpunkt wie „Tonausgabe“, „Lautsprecher“ oder „Audio-Ausgabe“. Dort muss statt „TV-Lautsprecher“ eine Option wie „Receiver“, „HDMI ARC“, „HDMI eARC“ oder „Audio-System“ ausgewählt werden. Ist weiterhin der interne Lautsprecher aktiv, bleibt der AV-Receiver stumm, obwohl eigentlich alles korrekt verkabelt ist.

Als Nächstes lohnt sich ein Blick in die Einstellungen der Streaming-Apps selbst. Einige Apps besitzen ein eigenes Audio-Menü mit Auswahlmöglichkeiten für Stereo, Dolby Digital, Dolby Digital Plus oder Dolby Atmos. Wählt man hier ein Format, das der Fernseher nicht korrekt an den Receiver weitergibt, kann es zu Aussetzern oder vollständigem Tonausfall kommen. In solchen Fällen hilft ein Test mit einem einfachen Stereo- oder Dolby-Digital-Signal. Funktioniert die Wiedergabe mit einem einfacheren Format, liegt die Ursache meist in einer Inkompatibilität zwischen App, TV und AV-Receiver bei Mehrkanalton oder objektbasierten Formaten.

Bei Smart-TVs mit mehreren HDMI-Eingängen darf außerdem nur der speziell gekennzeichnete ARC- oder eARC-Port für die Audio-Rückleitung verwendet werden. Ist der AV-Receiver versehentlich in einem „normalen“ HDMI-Port eingesteckt, erhält er kein Audiosignal der internen Apps, auch wenn Bild problemlos übertragen wird. Die Beschriftung am TV hilft bei der Identifikation, häufig lautet sie „HDMI (ARC)“ oder „HDMI 2 (eARC)“. Zusätzlich sollte im Systemmenü des Fernsehers eine Option wie „HDMI-CEC“, „Anynet+“, „Simplink“, „Bravia Sync“ oder eine ähnliche Bezeichnung aktiviert werden, da viele Geräte darüber auch die Audio-Rückführung steuern. Ohne diese Funktion schaltet der Fernseher die Audioausgabe teilweise nicht auf den Receiver um.

Ein weiterer Stolperstein sind Zwischenlösungen mit Soundbars und AV-Receivern parallel. Wenn die Soundbar bereits per ARC oder eARC mit dem Fernseher verbunden ist, erhält der Receiver kein Rückkanal-Signal mehr. In solchen Setups muss entschieden werden, welches Gerät für die Tonausgabe zuständig ist. Entweder wird der AV-Receiver als zentrale Audiostation genutzt und die Soundbar entfernt oder der Receiver dient nur noch für klassische HDMI-Quellen und der TV gibt Streaming-Apps komplett an die Soundbar weiter. Mischlösungen mit zwei gleichzeitig angeschlossenen Audiogeräten führen oft zu Problemen bei der Priorität der Audioausgabe.

Interaktion mit Spielekonsolen, Fire TV & Co. beim Streamen über den AV-Receiver

Wer Streaming-Apps nicht am Fernseher, sondern über eine externe Zuspielerbox oder Konsole nutzt, baut die Signalstrecke üblicherweise so auf, dass das Gerät per HDMI in den AV-Receiver geht und von dort das Bild zum Fernseher geleitet wird. In dieser Konfiguration muss der Receiver als HDMI-Switch und Audio-Decoder sauber arbeiten. Damit das zuverlässig funktioniert, ist es entscheidend, dass der richtige HDMI-Eingang am Receiver ausgewählt ist und im Menü des Receivers keine Eingangsquelle stummgeschaltet wurde. Viele Modelle erlauben für jeden Eingang eine eigene Audiozuordnung. Wenn beispielsweise der HDMI-Port zwar aktiv ist, der Receiver aber auf eine externe optische Quelle für diesen Eingang hört, kommt über den HDMI-Kanal kein Ton an.

Streaming-Sticks wie Fire TV, Google Chromecast oder Apple TV bringen häufig eigene Audio-Optionen mit. Dort lässt sich festlegen, ob Mehrkanalton unverändert durchgeschleift, in Dolby Digital umgewandelt oder auf Stereo reduziert wird. Ein AV-Receiver, der zwar Dolby Digital unterstützt, aber nicht mit Dolby Digital Plus oder Atmos umgehen kann, benötigt oft eine feste Ausgabe als Dolby Digital. Wird dies im Zuspieler nicht angepasst, bleiben manche Streaming-Inhalte ohne Sound, insbesondere solche mit erweiterten Tonspuren. Daher lohnt es sich, testweise im Zuspieler auf ein klassisches 5.1-Format umzustellen und die Funktion damit zu überprüfen.

Spielekonsolen wie PlayStation oder Xbox besitzen ähnlich umfangreiche Audio-Konfigurationsmöglichkeiten. Dort kann häufig zwischen „Bitstream“, „Linear PCM“ und spezifischen Formaten wie Dolby Atmos gewählt werden. Bei Linearem PCM senden die Konsolen oft Mehrkanalton als unkomprimiertes Signal, was ältere AV-Receiver gelegentlich nur in Stereo ausgeben oder gar nicht erkennen. In solchen Fällen empfiehlt es sich, die Einstellung auf Bitstream zu setzen und darauf zu achten, dass als Bitstream-Format Dolby Digital oder ein vergleichbares, vom Receiver unterstütztes Format ausgewählt wird. Für eine systematische Fehlersuche hilft es, zunächst auf Stereo oder Dolby Digital zu reduzieren, um zu verifizieren, dass die grundsätzliche Verbindung funktioniert.

Fehlerbilder mit einzelnen Apps, aber nicht allen Diensten, deuten oft auf Formatbesonderheiten der jeweiligen Anwendung hin. Manche Plattformen liefern bestimmte Inhalte nur mit Dolby Digital Plus oder Dolby Atmos aus. Reagiert der AV-Receiver auf diese Formate empfindlich, kommen genau diese Streams ohne Ton, während andere Kanäle fehlerfrei funktionieren. Ein gezielter Blick in die Audio-Einstellungen des Zuspielers und der jeweiligen App kann dann klären, ob eine Option zur Deaktivierung bestimmter Spuren existiert oder eine Fallback-Ausgabe auf Stereo/5.1 möglich ist. Sobald diese Einstellungen sauber harmonieren, zeigt sich der AV-Receiver wieder als zuverlässige Schaltzentrale für Streaming-Apps auf externen Geräten.

Erweiterte Fehlersuche: HDMI-Kabel, Firmware und HDCP-Handshake

Ein häufig unterschätzter Faktor bei Tonproblemen mit Streaming-Apps ist die Qualität und Spezifikation der eingesetzten HDMI-Kabel. Moderne Streaming-Dienste setzen auf hohe Bandbreiten für 4K, HDR und Mehrkanalton mit Dolby Atmos. Werden alte oder beschädigte HDMI-Kabel genutzt, kann der Ton ausfallen, obwohl das Bild scheinbar stabil bleibt. Es empfiehlt sich, zertifizierte High-Speed- oder Ultra-High-Speed-HDMI-Kabel einzusetzen und besonders lange Kabelstrecken zu vermeiden. Tritt das Problem nur bei bestimmten Auflösungen oder Bildwiederholraten auf, hilft ein Test mit einer niedrigeren Auflösung oder der Deaktivierung von 120-Hz-Modi, um die Stabilität der Verbindung zu prüfen.

Ein weiterer Punkt betrifft Firmware-Updates für Fernseher, AV-Receiver und Streaming-Hardware. Hersteller beheben mit Updates häufig Fehler bei eARC, Passthrough und HDCP-Kompatibilität. Wenn bei neueren Streaming-Apps Tonprobleme auftreten, während ältere Inhalte problemlos liefen, kann eine veraltete Firmware die Ursache sein. Ein Abgleich der Version im Einstellungsmenü mit den Angaben des Herstellers zeigt, ob ein Update aussteht. Aktualisierungen verbessern oft die Zusammenarbeit mit neuen HDMI-Standards und erweitern die Unterstützung für moderne Formate, was sich direkt auf die Audioausgabe auswirken kann.

Der HDCP-Handshake spielt bei geschützten Streaming-Inhalten eine bedeutende Rolle. Bei Authentifizierungsproblemen zwischen Quelle, AV-Receiver und TV-Gerät verweigern manche Apps die Audioausgabe oder schalten auf eine niedrigere Qualitätsstufe. In speziellen Fällen erscheint zwar ein Bild, der Ton bleibt jedoch stumm oder bricht nach kurzer Zeit ab. Als Test kann man den Zuspieler direkt an den Fernseher anschließen. Funktioniert dort alles tadellos, liegt die Schwierigkeit häufig im Zusammenspiel mit dem Receiver. In solchen Situationen lohnt sich ein anderer HDMI-Eingang am Receiver oder das vorübergehende Deaktivieren von Bildverbesserern und speziellen HDCP-Modi im Gerätemenü.

Manchmal hilft ein vollständiger Neustart der Kette. Dabei werden Fernseher, AV-Receiver und Zuspieler komplett vom Strom getrennt und nach einigen Minuten wieder eingeschaltet. Diese Maßnahme setzt den HDMI-Handshakespeicher vieler Geräte zurück und kann eingefrorene Verbindungszustände lösen. Anschließend sollte die Einschaltreihenfolge beachtet werden: zuerst der AV-Receiver, dann das Zuspielgerät und zuletzt der Fernseher. Einige Kombinationen reagieren sensibel darauf, wann die Gegenstelle beim HDMI-Handshake verfügbar ist. Mit einer festen Reihenfolge lässt sich ein stabiler Zustand oft zuverlässiger erreichen.

Systematischer Testplan für stabile Audioausgabe bei Streaming-Diensten

Um den Überblick bei der Fehlersuche zu behalten, bewährt sich ein strukturierter Testablauf. Zuerst wird geprüft, welche Kombination aus Gerät und App überhaupt Ton liefert. Gibt es beispielsweise Sound über eine Streaming-App am TV, aber nicht über eine Konsole, grenzt das die Ursachen stark ein. Anschließend wird jeweils nur eine Komponente verändert, etwa das Audioformat im Zuspieler, der HDMI-Eingang am AV-Receiver oder die Ausgabeoption am Fernseher. Durch diese schrittweise Vorgehensweise lässt sich gezielt herausfinden, welche Einstellung den Ausschlag gibt.

Für einen übersichtlichen Ablauf kann man sich an folgender Reihenfolge orientieren:

  • Alle Geräte auf Werkseinstellungen der Audioausgabe zurücksetzen oder auf Standardwerte umstellen.
  • Im Fernseher den Audio-Ausgabekanal auf „externe Lautsprecher“, „HDMI ARC“ oder „Audio-System“ setzen.
  • Am AV-Receiver sicherstellen, dass der verwendete HDMI-Eingang aktiv ist und kein alternativer Audioeingang zugeordnet wurde.
  • Im Streaming-Zuspieler zunächst Stereo oder Dolby Digital als Ausgabeformat wählen und auf funktionierenden Ton prüfen.
  • Schrittweise höhere Formate wie Dolby Digital Plus oder Atmos aktivieren und kontrollieren, ob die Verbindung stabil bleibt.
  • Bei Aussetzern oder Stille einen anderen HDMI-Eingang und ein anderes HDMI-Kabel testen.
  • Zum Abschluss die Firmwarestände aller beteiligten Geräte kontrollieren und verfügbare Updates installieren.

Wer diesen Plan einmal durchgeht, kennt anschließend die Grenzen der eigenen Kombination aus Fernseher, AV-Receiver und Streaming-Hardware recht gut. Damit fällt es leichter einzuschätzen, welche Dienste und Formate zuverlässig funktionieren und wo eventuell ein Upgrade bei Kabeln, Zuspieler oder Receiver sinnvoll ist. Durch das bewusste Zusammenspiel von Passthrough, eARC und passenden Soundformaten lässt sich erreichen, dass Streaming-Apps ihren Mehrkanalton stabil bis zum AV-Receiver liefern.

Häufige Fragen zu Tonaussetzern bei Streaming-Apps

Warum habe ich nur bei Streaming-Apps keinen Ton, aber bei TV oder Blu-ray schon?

Streaming-Apps liefern häufig andere Tonformate als klassische TV-Sender oder Blu-ray-Player, zum Beispiel Dolby Digital Plus oder Dolby Atmos über DD+. Dein AV-Receiver oder der Zwischengerät-Pfad kann diese Formate eventuell nicht durchreichen oder decodieren, während normales PCM oder Dolby Digital problemlos läuft.

Zusätzlich verwenden Apps oft eigene Audioeinstellungen, die sich von den globalen Systemoptionen unterscheiden. Dadurch kann es passieren, dass nur bestimmte Quellen stumm bleiben, obwohl der Rest der Kette scheinbar sauber arbeitet.

Was sollte ich zuerst prüfen, wenn über Apps kein Ton am AV-Receiver ankommt?

Stelle zunächst sicher, dass im TV oder Streaming-Stick die HDMI-Audioausgabe nicht auf ein inkompatibles Format wie nur Bitstream bei einem älteren Receiver erzwungen wird. Wähle testweise PCM bzw. Stereoausgabe und prüfe, ob wieder ein Signal am Receiver anliegt.

Kontrolliere außerdem, ob der richtige HDMI-Eingang am Receiver ausgewählt ist und ob dieser Eingang im Setup nicht stummgeschaltet oder anderweitig umkonfiguriert wurde. Ein kurzer Neustart aller Geräte inklusive HDMI-Kabel kurz abziehen hilft oft, eine fehlerhafte HDMI-Handshakesituation zu beseitigen.

Wie erkenne ich, ob mein AV-Receiver Dolby Atmos aus Streaming-Apps unterstützt?

Schau in die technischen Daten des Receivers, dort müssen Dolby Atmos und idealerweise Dolby Digital Plus ausdrücklich aufgeführt sein. Wenn diese Angaben fehlen, verarbeitet das Gerät Atmos-Streams aus Apps nicht nativ.

Während einer Atmos-Sendung kannst du außerdem das Display des Receivers beobachten. Wenn dort nur Stereo oder simples Dolby Digital angezeigt wird, obwohl die App Atmos liefert, deutet das auf eine Limitierung in der Kette oder auf eine ungeeignete Einstellung hin.

Kann ich Tonprobleme lösen, indem ich das Audioformat im TV ändere?

Ja, über das Audio-Menü des Fernsehers kannst du meist zwischen automatischer Erkennung, Bitstream und PCM wählen. Viele Receiver reagieren stabiler, wenn du statt eines bitgestreamten Mehrkanalformats zunächst auf PCM Stereo umstellst und später Schritt für Schritt wieder hochgehst.

Bei Geräten mit eARC lohnt es sich, die Option für Mehrkanal-Ausgabe wieder zu aktivieren, sobald der Grundton zuverlässig funktioniert. So kannst du testen, bei welchem Format der Fehler wieder auftritt und die Ursache eingrenzen.

Welche Rolle spielt eARC bei Tonproblemen mit Apps?

eARC erlaubt die Übertragung hochwertiger Tonformate wie unkomprimiertes Mehrkanal-PCM oder Dolby TrueHD inklusive Atmos vom TV zurück zum Receiver. Wenn eARC deaktiviert ist oder ein altes ARC genutzt wird, werden manche Streams von Apps heruntergerechnet oder kommen gar nicht an.

Überprüfe im TV-Menü, ob eARC aktiviert ist und ob der AV-Receiver an der richtigen HDMI-Buchse mit eARC-Unterstützung angeschlossen ist. Gleichzeitig sollte im Receiver-Menü die ARC/eARC-Funktion eingeschaltet sein, sonst bleibt der Rückkanal stumm.

Was bedeutet es, wenn der Receiver nur „PCM“ anzeigt, obwohl die App Mehrkanalton verspricht?

In diesem Fall liefert der Fernseher oder der Streaming-Player bereits ein decodiertes Audiosignal an den Receiver, meist als Stereo. Der Receiver kann dann nur noch verstärken, aber keine im Stream kodierten Effekte wie diskrete Surround-Kanäle rekonstruieren.

Stelle im Zuspieler ein, dass Mehrkanalformate als Bitstream ausgegeben werden dürfen, sofern dein Receiver diese Formate versteht. Damit ermöglichst du es dem Receiver, selbst zu decodieren und echtes Surround wiederzugeben, statt nur ein zweikanaliges Signal zu erhalten.

Warum kommt bei einer bestimmten App Ton an und bei einer anderen nicht?

Verschiedene Dienste nutzen unterschiedliche Codecs und Datenraten, zum Beispiel Dolby Digital, Dolby Digital Plus oder AAC. Dein Receiver oder der TV kann manche davon ohne Umwandlung verarbeiten, andere werden dagegen nicht korrekt unterstützt oder falsch ausgehandelt.

Einige Apps besitzen zusätzliche Audiooptionen im eigenen Einstellungsmenü, etwa die Wahl zwischen Stereo und Surround. Es lohnt sich, diese App-spezifischen Menüs aufzusuchen und dort auf ein universell verträgliches Format umzustellen, um den Receiver zuverlässig anzusprechen.

Kann ein älteres HDMI-Kabel dazu führen, dass kein Ton vom Streaming-Dienst ankommt?

Ja, besonders bei eARC und hohen Datenraten kann ein nicht zertifiziertes oder beschädigtes Kabel dazu führen, dass die Audioübertragung fehlerhaft ist oder komplett ausfällt. Das äußert sich häufig in sporadischen Aussetzern oder in der vollständigen Stille bei bestimmten Tonformaten.

Verwende ein hochwertiges, als High Speed mit Ethernet oder Ultra High Speed gekennzeichnetes HDMI-Kabel und teste es direkt zwischen TV und Receiver. Wenn der Ton damit stabil läuft, lag das Problem sehr wahrscheinlich an der alten Verkabelung.

Wie stelle ich sicher, dass der richtige Audio-Ausgang im Streaming-Player aktiv ist?

Rufe im Menü des Streaming-Sticks oder der Streaming-Box den Bereich für Audio oder Ton auf und prüfe, ob HDMI als primärer Ausgang gewählt ist. Manchmal wird auf Bluetooth oder ein anderes Ausgabegerät umgeschaltet, wodurch der Receiver kein Signal mehr bekommt.

Deaktiviere testweise alle alternativen Ausgabemethoden wie Bluetooth-Kopfhörer oder optische Ausgänge, falls du diese nicht nutzt. Danach startest du den Player neu, damit die Änderung im HDMI-Aushandlungsprozess berücksichtigt wird.

Warum ist der Ton über Apps leiser als bei anderen Quellen am AV-Receiver?

Streaming-Dienste arbeiten mit eigenen Lautheitsnormen und Dynamikkompressionen, die sich von TV-Sendern oder Discs unterscheiden. Dadurch wirkt der Pegel oft niedriger, obwohl technisch ein sauberes Signal anliegt.

Viele Receiver bieten eine Anpassung der Eingangspegel pro Quelle oder Funktionen wie Nachtmodus und Dynamikkompression. Überprüfe diese Einstellungen und hebe bei Bedarf den Pegel für die HDMI-ARC- oder Streaming-Quelle leicht an, damit die Lautstärke wieder zu deinen anderen Inputs passt.

Kann eine falsche Zuordnung der HDMI-Eingänge am Receiver den Ton der Apps blockieren?

Ja, wenn im Setup deines Receivers ein HDMI-Eingang ohne Audio oder als „Video only“ konfiguriert ist, siehst du zwar ein Bild, hörst aber nichts. Dies passiert gelegentlich, wenn Eingänge manuell umbenannt oder mit speziellen Szenenprofilen verknüpft wurden.

Kontrolliere im Menü des Receivers die Zuordnung des ARC- oder TV-Audio-Eingangs und stelle sicher, dass dieser Eingang auch für Audio aktiviert ist. Setze im Zweifel die Eingangszuordnungen zurück und richte sie neu ein, um versteckte Fehlkonfigurationen auszuschließen.

Fazit

Wenn der AV-Receiver bei Streaming-Apps stumm bleibt, liegt die Ursache fast immer in der Kombination aus Tonformat, HDMI-Einstellungen und eARC-Konfiguration. Mit einem systematischen Check der Passthrough-Optionen, der verwendeten Codecs und der Kabelqualität bringst du in den meisten Fällen alle Kanäle wieder zum Klingen. Achte darauf, dass Zuspieler, TV und Receiver dieselbe Sprache sprechen, also kompatible Formate aushandeln, und passe die Einstellungen lieber schrittweise an, statt alles gleichzeitig zu verändern.

Checkliste
  • Öffnen Sie das Menü Ihres AV-Receivers.
  • Suchen Sie nach den Audioeinstellungen und prüfen Sie, ob Passthrough aktiviert ist.
  • Stellen Sie sicher, dass die Option „HDMI Passthrough“ in den Einstellungen für die relevanten HDMI-Ports aktiviert ist.
  • Speichern Sie Ihre Änderungen und testen Sie die Audioausgabe erneut.

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